Der höchste Gipfel der Dents du Midi, die Haute Cime (Hoher Gipfel/Spitze (den Namensgeber darf man um seine Fantasie ruhig beneiden)), ist der einzige der Gipfel dieser Bergkette der bewanderbar ist. Am gemütlichsten geht man die Besteigung in 2 Tagen an und plant eine Übernachtung in der Cabane du Susanfe oder der Auberge de Salanfe.

Am 2. August eine Tour zu starten ist recht mutig, da in der Planung meist die Nachwirkungen des 1. Augustes vernachlässigt werden. Wir schafften es trotzdem um 8 Uhr morgens den Zug von Interlaken nach Champéry zu nehmen und die dreistündige Fahrt ermöglichte ein weiteres Verarbeiten eben dieser Nachwirkungen. Kurz vor Mittag starteten wir bei grosser Hitze Richtung Cabane du Susanfe (SAC). Nach einem kurzen Stück entlang der Strasse verläuft der Weg glücklicherweise bis zum Refuge de Bonavau meist im Schatten. Nur blöd wenn man einen Pfad im Wald als Abkürzung missdeutet und dann viel Zeit mit Herumirren verliert (Der GPX-Track ist übrigens bereinigt, denn solche Dinge zeigt man besser nicht….). Nach dem Refuge führt der Weg hoch zum Pas d’Encel wo es einige mit Ketten gesicherte Steilstufen hat, die keine Probleme bereiten sofern man schwindelfrei ist. Die letzten Kilometer zur Hütte verliefen dann wieder an der Sonne die – obwohl es schon 17 Uhr war – unerbittlich auf uns einbrannte.

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Die Cabane de Susanfe liegt mitten im Tal und ist umgeben von den Gipfeln der Haute Cime, Mont Ruan und dem Tour Salliere. Die Hütte selbst hat trotz der vielen Schnarcher (gut, die gehören sozusagen zum Inventar von SAC Hütten) sehr viel Charme und eine sehr freundliche Hüttenwartin.

Am nächsten Tag verzichteten wir auf das Frühstück, da wir zeitig loswandern wollten. Daraus wurde aber nichts, da von Westen eine schwache Regenfront über das Gebiet zog und wir ohne Internet (um die Hütte gibt es eben nur ein französisches Mobiletz….) nicht abschätzen konnten ob ein Gewitter im Anmarsch war oder nicht. So starteten wir ein wenig später in der Hoffnung, dass das Wetter bis zum Col du Susanfe besser wird. Als wir nach etwas über einer Stunde Wanderung um viertel vor 8 den Col (3/4 8 für unsere östlichen Freunde) erreichten, schien schon die Sonne.

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Darauf folgte ein richtig steiler Aufstieg. Also nix mit Ponyhof und dergleichen. Steil, geröllig und mühsam. Sehr mühsam. Aber mit jedem Schritt wird die Aussicht besser und das ist eine sehr gute Motivation. Einige kleine Felsstufen müssen auch bezwungen werden, die sind aber kein Problem wenn kein Schnee liegt. Kurz vor dem Gipfel verabschiedete sich unsere GoPro schon mal Richtung Tal, aber nach einer kurzen Search-and-Rescue Aktion fand ich sie gegen aller Erwartungen. Manchmal hat man einfach Glück. Um viertel vor 10 genossen wir schon die Tief- und Weitblicke, denn an einem klaren Tag sieht man die Walliser 4000er, den Mont Blanc und noch viele andere Berge. Quasi Overflow.

Über den Col de Susanfe stiegen wir weiter zur Auberge de Salanfe ab und von da weiter zum Campingplatz oberhalb von Van d’en Haut wo wir uns schon auf den Bus in Richtung Salvan freuten. Daraus wurde dann nichts, weil der Bus genau in der Stunde als wir dort waren nicht fuhr. Mist. Die sportliche Herausforderung war dann ein weiterer Abstieg ins Dorf Salvan um dort den Zug zu erwischen. Doch irgendwie hatten wir auch mal genug von diesem Runtergehen, so versuchten wir es spontan mit Autostoppen und hatten schon beim ersten Versuch Erfolg. Die nette Engländerin fuhr uns zwar nicht nach Salvan, sondern nach Les Marecottes aber der Zug von Chamonix nach Martigny machte auch dort halt.

Plus & minus

Plus

  • Aussicht von der Haute Cime & hochalpines Ambiente
  • Cabane de Susanfe
  • Autostoppfreundliche Autofahrer

Minus

  • GoPros die in Richtung Tal purzeln
  • Versteiger im Wald