Shoot mit Helm

by chrigu on Mai 6, 2011

Lange ist’s her seit dem letzten Post. Das lag hauptsächlich am Winter und auch an meinen Problemen mit dem neuen iMac.

Aber pünktlich zur Bikesaison gibt es ein mit Photoshop gepimptes Selbstportrait.

A safe place for my head - summer edition

Zuerst einmal das Ausgangsbild:

Für diese Aufnahme wurden zwei Blitze verwendet: Der erste steckte in einer Softbox und belichtete mich, während der zweite den Hintergrund beleuchtete. Im Nachhinein muss ich sagen, dass der Blitz für den Hintergrund nicht nötig gewesen wäre. Da ich aber noch nicht ganz sicher war, wohin die Reise mit Photoshop führen würde, war dies zum Zeitpunkt der Aufnahme sicher ein guter Entscheid. Das Bild ist nicht gerade der Hammer und mir war danach klar, dass ich mich wieder mal rasieren und auch an meinem freundlichen Blick arbeiten musste.

Bevor es losgeht, erst einmal alle Ebenen auf einen Blick:

Um einfach nur am Kopf herum basteln zu können, maskierte ich diesen zuerst einmal und erstellte damit eine neue Ebene. Mein Ziel war dann, diesen Ausschnitt zu entsättigen und ihm auch ein bisschen mehr Kontrast hinzuzufügen. Die unterste Bearbeitungsebene (bw head), eine Schwarz/Weiss-Ebene, wird mit dem Ebenenmodus “Weiches Licht” auf die Kopf-Ebene angewandt. Dies erhöht den Kontrast und mit den einzelnen Farbbereichen in der S/W-Ebene kann die Helligkeit in bestimmten Bildbereichen gesteuert werden. Die Deckkraft reduzierte ich auf etwa 50% um nicht schon einen zu hohen Kontrast zu erzielen.

Die Farbbalance-Ebene (cb head), auch hier wieder “Weiches Licht” (den Modus mag ich echt am besten), erhöht nochmals den Kontrast und mit den einzelnen Reglern kann man den verschiedenen Helligkeitsbereichen einen Teint geben. Ich verbannte die Schatten in Richtung Blau, während in den Mitteltönen und auch den Lichtern Grün betont wird. Um allzu grosse Bereiche von Tiefen zu vermeiden, erstelle ich eine Ebenenmaske.

Danach folgt eine Sättigungsebene (desat head), mit welcher das Bild entsättigt wird. Beim Betrachten des Resultates war mir der obere Teil des Helmes minim zu hell. Mit einer Kurven-Ebene (darken helemt (Typo ahoi!)) und einer Maske für den zu hellen Teil wurde dies korrigiert (rechts).

Wie bei “A safe place for my head” wollte ich wieder eine Spiegelung in der Brille einfügen. Solche Dinge mag ich halt :D . Dazu erstellte ich einen Bézier-Pfad entlang des Brillenglases. Dann galt es ein Sujet für die Reflexion zu finden und irgendwie war ich gerade besessen von Birken und so musste ein Birkenwald als Reflexion her (kommt wohl von diesen Bikevideos). Ich Glücklicher hatte genau so was in der Bibliothek.

Mit Transformation -> Verkrümmen veränderte ich das Bild noch ein bissrl, damit die Reflexion realistischer wirkt. Das Ganze wurde dann mit einer Maske aus dem Pfad und Ebenenmodus “Hartes Licht” in einer neuen Ebene (reflection, ca. 80% Deckkraft) eingefügt. Um der Reflexion auf dem falschen Glas als Bonus noch Tönung zu geben, packte ich noch eine Farbbalance-Ebene (reflection tint) mit Ebenenmodus “Weiches Licht” obendrauf.

Und damit ist die Arbeit am Kopf komplett.

Zuerst wusste ich gar nicht so recht was ich als Hintergrund nehmen mochte: Einfach Weiss? Berge? Oder doch die niedlichen Kätzchen? Das war eine knifflige Sache, aber ein Stück Birkenwald machte dann das Rennen (surprise, surprise). Das Bild an und für sich ist nicht soooo pricklend, aber mit ein paar Ebenen können wir dem Abhilfe schaffen.

Die Bearbeitung des Hintergrundes war einfach ein Probieren bis ich was, für mich, “stimmiges” hatte. Die Ebene über dem Hintergrund ist wieder eine Schwarz/Weiss-Ebene (bw bg) und, tadaaa, auch die wird wieder mit “Weiches Licht” auf den Hintergrund angewandt. Darüber liegt eine Sättigungs-Ebene (desat bg), welche den Hintergrund entsättigt. Da war ich lange unschlüssig, wie viel ich da entsättigen wollte: Zuerst wars jede Menge und am Schluss wählte ich doch wieder etwas mehr Sättigung (ca. -20). Wie auch immer, zu guter Letzt kommt noch eine Kurven-Ebene (contrast bg) mit welcher Kontrast hinzugefügt wird. Die Ebenenmaske bewirkt, dass in der Mitte des Bildes der Kontrast nicht erhöht wird. Damit haben wir schon einen netten Hintergrund.

Das sieht in Kombination mit dem Kopf ja schon mal nicht schlecht aus, aber irgendwas fehlte mir da noch: Es soll ja ein Stollenrad-Abfahrtssport Foto sein und da braucht es noch Tempo, sonst ist ja nicht lustig, oder?

Das Tempo kommt folgendermassen: Zuerst werden alle sichtbaren Ebenen in eine Neue gemergt (so ein 4-Finger Shortcut). Danach einfach bei Filter -> Weichzeichnen -> Radialer Weichzeichner auswählen und schon ist man (fast) am Ziel. Als Methode muss natürlich Zoom gewählt werden. Mit einer Ebenenmaske kann die Unschärfe dann schön dort wo man sie braucht reingepinselt werden. Das ist bei mir im Kopfbereich überhaubt nicht und dann eher gegen aussen zunehmend (die Maske sieht zugegeben wie eine Heiligenerscheinung oder so ein Grabtuch aus…).

So, jetzt ist’s schon fast geschafft und es fehlen bloss noch 2 Ebenen. Eine Kurven-Ebene (global contrast) schafft noch einmal mehr Kontrast. Die Maske schützt den Bereich in der Mitte und gibt dem Bild eine Art Vignette-Effekt. Die oberste Farbbalance-Ebene (green boost) ist mein Grün-Boost: Die Farben im Hintergrund werden ins Grüne gepusht, was recht gut zum Helm passt.

Phewww, war wieder ein bisschen Arbeit, aber Photoshop hat wieder einmal den Tag gerettet.

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