Klar, wie alle anderen hatte ich vor einiger Zeit auch eine HDR-Phase, aber da es nur wenige Erfolgsmomente gab (z.B auf dem Moléson und dem Weisshorn), machte ich nur sehr, sehr selten einen HDR-Versuch (wenn ich mir aber den “Dramatic Post Production” Kurs von CreativeLive mit David Nightingale anschaue, komme ich aber doch wieder in Versuchung).
Aber eben, es gibt dann immer wieder diese Licht/Kontrast-Situationen wo man denkt, das wäre jetzt was für HDR. Der letzte solche Moment war bei mir am Seealpsee (ja der Name ist recht redundant), der jedem halbwegs ambitionierten Schweizerbier-Trinker bekannt sein sollte. Geplant war eigentlich ein HDR-Bild, aber schlussendlich fügte ich die besten Teile aus 3 Aufnahmen zu einer zusammen.
Aufnahmen
Der See liegt in einem engen Tal und die Sonne vermochte an diesem Novembertag nicht mehr über die angrenzenden Berge zu scheinen. Nach einigen erfolglosen Versuchen mit nur einem Bild die Szenerie aufzunehmen, entschloss ich mich zu einer Bracketing Serie. Da ich kein Stativ dabei hatte und bei einer vernünftigen Blende auch vernünftige Verschlusszeiten erhalten wollte, machte ich eine -2, -1, 0EV Serie. Ist eigentlich eine -1, 0, +1EV Serie, die eine Blende unterbelichtet ist.

Diese 3 Blenden reichten natürlich nicht aus, um den ganzen Dynamikumfang einzufangen, aber so ohne Stativ, musste ich irgendwo einen Kompromiss machen. Mit Stativ hätte ich wohl eine -2, -1, 0, +1, +2EV Serie gemacht.
Zu Hause angekommen versuchte ich mein Glück natürlich mit PhotomatixPro, aber wie vermutet, hatte ich zuwenig Details in den Tiefen um da irgendwie auf einen grünen Zweig zu kommen. Tja, da blieb nur noch eine Möglichkeit: Die 3 Bilder in Photoshop mit Hilfe von Ebenen in ein einziges zu verwandeln.
Photoshop
Hier mal die Ebenen auf einen Blick:
Ich importiere die 3 Bilder und richtete sie mit Photomerge aus, damit die Abweichungen, die bei der Aufnahme entstanden, verschwanden. Danach legte ich die Aufnahmen als Ebenen übereinander: Die hellste Aufnahme war zuunterst und die dunkelste zuoberst.
Von der hellsten Aufnahme wollte ich den See und den Vordergrund, von der mittleren den Berg in der Mitte und von der dunkelsten natürlich die Bergflanke auf der rechten Seite und den Himmel. Das Ziel war es doch ein halbwegs realistisches Foto zu erhalten.
0EV-Ebene
Dieser Ebene gab ich mit einer Kurvenebene ein bisschen mehr Kick. Mit einer Maske schütze ich die dunkelsten Partien.
-1EV-Ebene
Hier maskierte ich natürlich die relevanten Teile und verwendete noch 2 Kurvenebenen um den Kontrast zu erhöhen. In der unteren der 2. Kurvenebenen erstellte ich wieder eine Maske, um, wie oben, die dunkelsten Bereiche nicht weiter abzudunkeln.
-2EV-Ebene
Auch hier wieder eine Maske, ich wollte ja nur den Himmel und die Bergflanke von diesem Bild. Ein Teil der Bergflanke hellte ich mit einer weiteren Kurvenebene ein bisschen auf.
Das war es dann auch schon mit dem Zusammenfügen. Dann fehlten nur noch ein paar wenige Ebenen um das Gesamtbild näher an meine Vorstellungen zu bringen.
Allgemeine Ebenen
Der See(alpsee) war mir irgendwie immer noch zu dunkel, und so hellte ich ihn mit einer weiteren Kurvenebene auf.

Dann war da noch der Himmel, der meiner Meinung nach ein bisschen zu hell war und auch das gesamte Bild ertrug noch ein bisschen mehr Kontrast. Dazu verwendte ich eine Schwarzweiss-Ebene und mit dem Blau-Regler nahm ich die Helligkeit aus dem Himmel. Damit das Ganze dann auch wieder in Farbe mein Herz erfreute, wechselte ich den Ebenenmodus auf “Weiches Licht”. Bei vielen Bildern verwende ich übrigens eine Schwarzweiss-Ebene mit “Weiches Licht”. Das entsättigt die Farben und erhöht den Kontrast. Sollte es mal zuviel sein, so kann natürlich über die Deckkraft der Effekt gesteuert werden.
Das einzige was mich dann noch störte war der von der Sonne beschienene Hang auf der rechten Seite. Dieser wirkte noch zu blass und passte nicht zum Rest. Daher gabs da noch eine Kurvenebene obendrauf die den Kontrast in diesem Bereich weiter erhöhte.
Das war es dann auch schon und ich finde, dass das Bild recht passabel aussieht. Am schönsten ist es aber immer noch so in echt dort zu stehen.







