Nachdem es am Freitag recht viel geschneit hatte, waren meine Erwartungen an den Samstag recht hoch. Leider hatte ich die Powder-Tage im Dezember verpasst und so war es einmal an der Zeit ein paar Spuren in die frisch verschneiten Hänge zu ziehen. Aber da beginnt immer auch das Dilemma: Ich fahre sehr gerne im Tiefschnee (wenn auch relativ schlecht auf den Skiern), aber auf der anderen Seite mache ich auch sehr gerne Fotos von Tiefschneefahrern. Bei Letzterem schleppe ich relativ viel Gewicht und Volumen rum und ich brauchte einige Saisons um ein brauchbares System zu finden.

Früher hatte ich die Kamera immer im Rucksack und das sah dann meist so aus:

  1. Besprechung mit den Fahrern, also wer, wo und was. Kann bei Schneewächten helfen, dass mir keiner auf den Kopf springt.
  2. Und dann beginnt es schon: „Können wir jetzt fahren?“, „Das dauert ja eeeewiiiiig!!!“
  3. Ich fahre vor allen in den Hang. Man wünscht sich ja immer der Erste zu sein, aber wenn man Fotos macht muss man
    1. mitten im Hang stehen bleiben und kann so nicht richtig fahren.
    2. eine depperte Spur ziehen damit man DEN Hang spurlos hinterlässt.
  4. Dann wieder: „Wieso dauert das so lange?“
  5. Ich ziehe den Rucksack ab und nehme die Kamera heraus. Der halbe Rucksack füllt sich mit Pulverschnee, die Handschuhe fallen mir in den Schnee. Es folgt ein Satz der mit „Dieses elende..“ oder auch „Der elendige…“ beginnt.
  6. Von oben: „Was machst du da eigentlich?“
  7. Ich stelle fest, dass das falsche Objektiv auf der Kamera ist und suche im Rucksack verzweifelt das richtige.
  8. Dann kommt der eigentlich-stehe-ich-ja-in-einem-potentiell-lawinengefährdeten-Hang Gedanke.
  9. Oben wird genuschelt: -„Hat der eigentlich eine Ahnung von dem was er da macht?“ -„Schaut nicht so aus…“
  10. Ich gebe das Zeichen und die Fahrer ziehen ihre Kurven. Wenn kein Sichtkontakt besteht hilft eine kräftige Stimme oder ein paar Funkgeräte.
  11. Nachdem die Fotos gemacht sind,  stelle ich fest, dass meine Finger taub sind, was das rumgefummle an Kamera und Rucksack nicht leichter macht.

Die drei Dinge die man da verbessern konnte waren:

  • Es muss schnell gehen, denn die Fahrer können recht ungeduldig werden. Ein Objektivwechsel muss sehr schnell gehen. So richtig schnell.
  • Als erster in einen Hang fahren, darin stehenbleiben und auch dort bleiben währendem die anderen an einem vorbeifahren ist lawinentechnisch betrachtet eher eine dumme Idee.
  • Kalte Hände sind blöd.

Darum kaufte ich mir zuerst mal so einen Lawinenrucksack mit einem 150l Ballon. Das kann im Notfall helfen, aber muss es eben nicht. Der Rucksack soll ein Volumen von 35l haben, also genau so viel wie mein alter Freeride-Rucksack, aber wegen dem Ballon und der Gasflasche hat es da weniger Platz. Zum Variantenfahren reicht es, aber wenn es auf eine Tour geht muss mir jemand die Felle & Harscheisen mitschleppen. Bisher fand ich aber immer einen Freiwilligen 🙂

Als nächstes kam eine vernünftige Fototasche dran und da schaute ich zuerst bei LowePro, da ich über 10 Jahre eine Hüfttasche von ihnen hatte die mir treue Dienste leistete. Die alte war mir zu klein, aber eine Hüfttasche musste es wieder sein, da man die am besten irgendwo befestigen kann. Ich entschied mich für die Inverse 200 AW, da diese genug Platz für ein grosses Tele und noch 2 zusätzliche Objektive bietet. Mit den D-Ringen kann man die Tasche super mit Karabinern an den Trageriemen von Rucksäcken befestigen. Früher befestigte ich die Tasche immer am Brustgurt, aber die sind bei den neueren Rucksäcken nicht mehr an den Trageriemen angenäht sondern mit so Plastiknupsis befestigt. Und das hält eben nicht immer (Been there, done that).

Ein paar dünne Hanschuhe, die man einfach unter dem richtigen Handschuh anziehen kann, habe ich jetzt auch noch. Zu dick sollten die auch nicht sein, weil sonst die Bedienung der Kamera umständlich wird.

In der Praxis sieht das übrigens so aus.

Freeride-Kamerabefestigung

Bissrl deppert, aber zum fahren gehts gerade.

Mit der neuen Ausrüstung geht es nun so:

  1. Besprechung mit den Fahrern, also wer, wo und was. Kann bei Schneewächten helfen, dass mir keiner auf den Kopf springt.
  2. Und dann beginnt es schon: „Können wir jetzt fahren?“, „Das dauert ja eeeewiiiiig!!!“
  3. Ich fahre vor allen in den Hang. Man wünscht sich ja immer der Erste zu sein, aber wenn man Fotos macht muss man
    1. mitten im Hang stehen bleiben und kann so nicht richtig fahren.
    2. eine depperte Spur ziehen damit man DEN Hang spurlos hinterlässt.
  4. Dann wieder: „Wieso dauert das so lange?“
  5. Ich öffne die Tasche und darin liegt die Kamera mit dem montierten 80-200mm (das brauch ich halt am meisten). Die Handschuhe stecke ich mir vorne in die Jacke, denn da bleiben sie auch schön warm.
  6. Der Objektivdeckel fällt in den Schnee. Es folgt ein Satz der mit „Dieses elende..“ oder auch „Der elendige…“ beginnt.
  7. Von oben: „Was machst du da eigentlich?“
  8. Dann kommt der eigentlich-stehe-ich-ja-in-einem-potentiell-lawinengefährdeten-Hang Gedanke.
  9. Oben wird genuschelt: -„Hat der eigentlich eine Ahnung von dem was er da macht?“ -„Schaut nicht so aus…“
  10. Ich gebe das Zeichen und die Fahrer ziehen ihre Kurven. Wenn kein Sichtkontakt besteht hilft eine kräftige Stimme oder ein paar Funkgeräte.

Wie ihr vielleicht schon vermutet habt, entschied mich dann fürs Fotografieren, da ich so eine super Ausrede für meinen schlechten Fahrstil hatte. Aber ein paar schöne Bilder hat es doch gegeben.