Auch die zweite Vorbereitungstour zur Churfirsten Challenge war eine „gekünstelte“ Wanderung, bei der möglichst viele Kilo- und Höhenmeter aneinander gereiht wurden. Als Belohnung gab es auf dem Niederhorn und Gemmenalphorn eine super Aussicht in die Berner Alpen, Thunersee, Justistal und Eriz. Aber eben, die könnte man auch bequem mit der Bahn ohne die 29.5km und 1800Hm haben.

Von der Haustür meiner Eltern in Unterseen ging es über Beatenberg auf das Niederhorn. Dort hat man eine unglaubliche Aussicht ins Justistal und Eiger, Mönch & Jungfrau und den Thunersee, die man aber mit vielen Leuten teilen muss.

Bis aufs Niederhorn begleitete mich sogar mein Vater, der mit seinen 68 Jahren recht gut mit dem Tempo mithalten konnte. Bei diesem Aufstieg wurde mir bewusst, dass ich mich nahtlos in die komischen Käuze in der Familie einreihe, welche eine Besessenheit mit Bergen aufweisen. Mein Bruder, der Glückliche, hat da im Gegensatz zu mir die Kurve gekriegt. Das fängt bei meinem Grossvater an, der im Alter zwischen 65 und 91 Jahren das Buochserhorn über 1100 Mal bestiegen hat. Auch heute, mit 95 Jahren, kann man in seiner Stimme immer noch ein bisschen Wehmut hören wenn er vom Buochserhorn spricht. Mein Vater ist da nicht viel anders. Auch er treibt sich seit eh und je zum Unmut meiner Mutter irgendwo in den Bergen herum. Eigentlich wollte ich ja nicht so werden, aber wie heisst es in „What we hate“ von Screeching Weasel so schön: „And we become what we hate“. Aber wer weiss, vielleicht krieg ich diese Kurve doch noch.

Vom Niederhorn aufs Gemmenalphorn ist es dann nicht mehr weit und die einfachen Auf- und Abstiege sind ohne Mühe zu bewältigen. Auch vom Gemmenalphorn aus hat man eine super Rundumsicht. Der wenig spektakuläre Abstieg zurück nach Unterseen zog sich in die Länge, aber ich überstand ihn aber besser als den bei der ersten Vorbereitungstour. Auch hier wieder der Beweis das Training hilft 😉

Neben der grossen Selbsterkenntnis (darum kümmere ich mich nach der Challenge), machte ich mir auch ein paar Gedanken zu der eigentlichen Herausforderung, den Churfirsten:

  • Es wird hart, aber machbar
  • Diese Tour war etwas länger (1.5km) als die Churfirsten, aber hat nur etwa die Hälfte der Höhenmeter
  • Dauer dieser Tour: Etwas über 8 Stunden. Daher denke ich, dass für die Churfirsten 13-15 Stunden ein realistisches Ziel sind.

Die Überschreitung möchte nun möglichst bald machen. Ich warte jetzt noch bis die 7 Gipfel der Churfirsten mehr oder weniger schneefrei sind, also so in 3-4 Wochen, und dann gilts ernst. Hell yeah.

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