Die Wanderung von Lauterbrunnen nach Mürren, oder auch in umgekehrter Richtung, ist für die Touristen in der Region schon fast ein Pflichtprogramm, da die Aussicht spektakulär ist und der Rückweg bequem per Bahn gemacht werden kann. Um mich auch meine Churfirsten Challenge (Chrigus Churfirsten Challenge = #chchch) vorzubereiten, zog ich die Wanderschuhe an und nahm die ein wenig aufgebohrte Variante dieser Wanderung in Angriff.

Nach einem eher abwärts orientierten Winter wollte ich zuerst herausfinden, ob das Hochgehen überhaupt noch ging und stellte mir daher die so Tour zusammen, dass sie nicht gerade allzuviele Höhenmeter, aber distantzmässig etwas zu bieten hatte. Daher war der Plan von Lauterbrunnen über die Winteregg auf den Allmendhubel (ausgesprochen Almihubel) und von dort über das beschauliche Mürren, Gimmelwald, Stechelberg wieder nach Lauterbrunnen zu gehen. Auf dem Papier sah das nach +/- 1100Hm und einer Distanz von 20km aus.

So ging es dann morgens bei Nieselregen in Lauterbrunnen los und nach 20 Minuten gab es schon die erste bange Minute: Nachdem ich mich ein bisschen im Auge gerieben hatte, verschwand die Kontaktlinse irgendwo hinter dem Auge. Und so musste ich dann halt auf einem Auge halb blind auf den Almihubel. Nach 2.5h stand ich oben und war doch sehr überrascht, dass ich mich eigentlich noch topfit fühlte. Das war dann auch der Zeitpunkt, an dem das Ego einen regelrechten Höhenflug erlebte und ich schon dachte, dass diese Churfirsten einfach zu bezwingen wären (in etwa „Hah, nehmt das ihr Churfirsten!“).

Aber eben, nach dem Abstieg über Mürren, wo ich die Linse dank einem Spiegel wieder ins Auge rücken konnte, und Gimmelwald nach Stechelberg, schlug mein Ego dann auch gleich brutal auf dem Talboden auf. Der Abstieg war schon eher auf der anstrengenden Seite und verschiedene Gelenke machten doch auf wenig angenehme Weise auf sich aufmerksam. Die restlichen paar Kilometer auf Asphalt zurück nach Lauterbrunnen, verliefen zum Glück relativ beschwerdefrei, aber nach dem Kaffee im Airtime gings dann hinkend zurück zum Auto. Insgesamt waren es schlussendlich 20km und 1200Hm und so fehlen für die Churfirsten nur noch 8km und 2300Hm. Tja.

Im Grossen und Ganzen bin ich doch recht zufrieden und finde die Tour auch recht aufschlussreich, da ich ein paar Dinge feststellte:

  • Es wird nicht einfach werden
  • Es wird wirklich nicht einfach werden
  • Es wird wirklich hart werden
  • Powerbars und Farmer von der Migros verlieren nach 5h definitiv an Reiz

Die nächste Tour ist aber schon geplant und die wird sicher noch ein bisschen anstrengender.

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