Es scheint, als ziehe es uns zum Schneeschuhgehen immer ins Freiburgerland: Letzten Winter zum Schwarzsee und vorletzten zum Col des Combes. In diesem Jahr war wieder die Region Schwarzsee an der Reihe und unser Ziel war der Patraflon.

Der Patraflon ist auch ein prima Skitourenberg mit einer wunderschönen Abfahrt (ist auf unserer Todo-Liste). Am Tag vor der Tour diskutierten wir noch ob wir es mit den Skiern versuchen wollten, aber wir waren uns nicht sicher ob es unter dem Neuschnee auch eine gute Unterlage hatte. Um unsere Skibeläge ein wenig zu schonen entschieden wir uns für die Schneeschuhe.

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Wir starteten in beim Parkplatz Schwarzsee Bad (ist auch gut mit ÖV zu erreichen), wo es im Gegensatz zum anderen Ende des Schwarzsees ruhig und gemächlich zuging. Auf dem Parkplatz hatte es nur gerade ein paar Ski- und Schneeschuh-Tourengeher die sich wie wir für eine Tour bereit machten.

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Die erste Etappe führte zum Breccaschlund auf den wir wegen des abenteuerlichen Namens schon gespannt waren. Wir folgten dem Strässchen das uns schnell in die Höhe führte und bei einer Abzweigung (Punkt 1210) dem Wanderweg durch den Wald. Alternativ könnte man hier auch weiter der Strasse entlang gehen.
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Ab der Unteri Rippa mussten wir dann spuren, da die Gruppe die vor uns war, eine kleine Pause eingelegt hatte. Eine neue Spur in den Schnee zu ziehen verstärkte den Eindruck sich weit ab vom Rummel zu bewegen (auch wenn die andere Gruppe uns gleich folgte (ich vermute, dass die bei der Unteri Rippa nur darauf gewartet hatten, dass jemand das Spuren übernimmt). Je näher wir der Alp Cerniets kamen, desto mehr sahen wir vom Talabschluss und auch von unserem Ziel dem Patraflon. Bis zu dieser Alp verlief der Weg im Schatten und so machten wir an Sonne eine kleine Pause. Wir hofften natürlich auch, dass eine der folgenden Gruppen das Spuren bis auf den Patraflon übernehmen würde, da es bis dorthin noch 400 Meter hinauf ging.

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Beim Wegweiser oberhalb der Hütte mussten wir dann feststellen, dass alle verschiedene Ziele hatten: Die Gruppe mit den Schneeschuhen bog in Richtung Schopfenspitz ab und die Skitourengeher in Richtung Pointe de Balachaux. Auf den Patraflon wollte ausser uns scheinbar niemand und so gingen wir den Aufstieg an.

Aufstieg zum Patraflon

Die Aussicht in den Schlund wurde mit jedem Schritt besser, aber diese wurden in den steileren Passagen, dank der 40cm Neuschnee, immer anstrengender. Bei dieser Tour muss man zwingend die Lawinengefahr beachten, vor allem auf dem Weg von der Unteri Rippa zu Brecca und auch beim Auf- und Abstieg zum/vom Patraflon.

Nach diesem anstrengenden Aufstieg zum Col du Chamois, war der Ausblick ins Freiburgerland dann aber umso schöner und das Sandwich schmeckte umso besser. Den Gipfel liessen wir aus, da wir voll und ganz mit der Aussicht zufrieden waren und die Wechte auf dem Grat zum Gipfel nach mühsamer Arbeit aussah.

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Den Abstieg wollten wir zuerst auf dem kürzesten Weg (also dem Wanderweg folgend über Punkt 1709) bewältigen, doch wir unternahmen einen kleinen Umweg um den Skihang genauer zu inspizieren. Und wie wir es vermutet hatten, sah der Hang wirklich nach viel Spass aus.

Über die Ober- und Unter-Recardets führte der Weg uns zurück nach Schwarzsee Bad, wo wir nach insgesamt 5.5h müde ankamen.

Und hier noch der absolute Pro-Tipp für diese Tour: Schaut, dass ihr ein moité-moité Fondue bereit im Kühlschrank habt, damit ihr am Abend wieder genug Energie tanken könnt.

Plus & minus

Plus

  • Aussicht ins Freiburgerland
  • An diesem Tag waren wir doch sehr lange alleine unterwegs. Und ich denke, dass der Patraflon hauptsächlich von der anderen Seite her begangen wird.

Minus

  • Mit den Schneeschuhen verpasst man die super Abfahrt