Unverständnis & Erstaunen führten ganz klar die Hitparade der Reaktionen an, wenn ich jemandem sagte, dass ich in Dänemark Mountainbiken gehe. Und manchmal zweifelte ich sogar selbst an der Idee. Da ich aber noch ein Gravelbike dabei hatte, hatte ich zumindest ein Plan B.

Klosterheden Trail

Meine erste Begegnung mit einem dänischen Trail und er erinnerte mich sofort an den Bremer Loop bei Bern: Die Strecke führt in vielen Kurven und Kehren durch den Wald und hat auch ein paar Hindernisse. Einige Verbindungswege sind leider nur Kieswege, die richtigen Trails sehen aber gepflegt aus und sind meist sehr gut ausgeschildert (in diesem Fall mit auf die Baumstämme gemalten Kreisen). Die Runde ist knapp 50km lang und es gibt neu noch eine kurze (etwa 25km lange) Variante. Bei der grossen Runde musste ich festellen, dass mein Endurobike nicht unbedingt die beste Wahl für einen Trail dieser Art war. Mit einem Trailbike oder sogar Hardtail Enduro hätte man sicher mehr Spass und es wäre wohl auch etwas weniger anstrengend.

 

Slettestrand Trail (Skinløv Plantage)

Der Trail liegt an der Jammerbugten (Jammerbucht) und soll angeblich der beste Trail in Dänemark sein. Die vielen Biker die sich da an einem Samstag tummelten, schienen der Beweis dafür zu sein. Vom Charakter her ist es wieder ähnlich wie der Klosterheden Trail, aber durch die Nähe zur Nordsee ist der Trail teilweise sehr sandig. Auf diesem Trail gibt es kurze technische Aufstiege und auch wieder ein paar Hindernisse. Der Trail überquert sogar einen Hügel, der eine schöne Aussicht über die Jammerbugten bietet, was im flachen Dänemark eine schöne Abwechslung ist. Es gibt hier wieder 2 Varianten: Die weisse und die schwarzweisse Route. Die Schwarzweisse hat teilweise technische Aufstiege und etwas mehr Hindernisse. Mit seinen 21km hat der Trail eine angenehme Länge.

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Rold Skov

Jütlands Ostküste ist sehr viel hügliger als die sehr flache Westküste. Im hügligen Wald von Rold gibt es eine blaue Hauptroute von der rote und schwarze Routen abzweigen. Diese führen aber immer wieder zurück auf die Hauptroute. Die roten Routen besitzen, für mich zumindest, den typischen dänischen Charakter. Die schwarzen Abschnitte bieten aber doch schon spassige Abfahrten, die im Gegensatz zu den anderen Trails etwas länger dauern. In diesem Wald gibt es auch eine Downhill-Route, die aber nur mit Lizenz gefahren werden darf und von unten schauten die Drops & Gaps doch sehr fortgeschritten aus.

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Eindruck

Neben meinen Graveltouren (da ist Dänemark sehr lohnenswert) waren die Biketouren eine schöne Abwechslung. Mein Favorit war ganz klar Rold Skov, da es dort ein paar “richtige” Abfahrten gab. Mit einem anderen Bike würde das Biken in Dänemark sicher noch mehr Spass machen. Mir fehlten mit der Zeit aber die etwas längeren Aufstiege, die Aussicht wenn man oben ist und die langen Abfahrten. Positiv überrascht, war ich aber alle Mal.

Es lohnt sich aber auf jeden Fall mal so einen mit Liebe gepflegten Trail zu testen. Nach einer Tour empfiehlt es sich auf Google Maps nach einer “Bageri” oder “Konditori” zu suchen, da die dänischen Süssgebäcke schlicht der Hit sind.

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