Im Jänner waren wir erst gerade mit den Schneeschuhen in der Gegend um den Patraflon unterwegs und dann meinte @fribourgregion 

Und das stellte sich tatsächlich als ein guter Plan heraus. Soviel schon vorweg: Die Tour ist wirklich sehr schön im Sommer, und noch besser ist sie, wenn man sich erst am Abend auf den Weg macht.

Bisher war ich eher ein “Morgenwanderer”, das heisst, es ging so früh wie möglich los und meist erreichte man so den Gipfel noch am Vormittag. Das Risiko von einem Gewitter überrascht zu werden ist so kleiner, aber a) trifft man viel mehr Wanderer und b) hat das Licht, vor allem im Sommer, gegen Mittag leider etwas von seiner Magie verloren. Die bisherige Lösung war immer einfach noch früher aufzustehen. Aber das hat dann auch irgendwo seine Grenzen und im Sommer geht die Sonne ja eh viel zu früh auf. Aber warum nicht einmal den Spiess umdrehen und spät zur Wanderung aufbrechen?

Auf dem Parkplatz beim Schwarzsee packten um halb sieben noch einige ihre Ausrüstung in den Wagen bevor es heimwärts ging, bei uns ging es aber erst los. Ich war auch gespannt auf den Comfort Surround Schuh, der mir von Mammut zur Verfügung gestellt wurde. Bisher hatte ich noch keinen längeren Fussmarsch damit unternommen und dies sollte die erste „richtige“ Wanderung mit dem Schuh werden. Er hatte mich vorher auf 2 Spaziergängen zu Beginn immer ein wenig irritiert, da meine Zehen an der Innenseite anstiessen. Aber nicht weil er zu klein war, sondern weil die Sohle extrem gebogen ist (das verbessert wahrscheinlich das Abrollverhalten), aber führt auch dazu dass ich an den Zehen ein eher beengendes Gefühl verspüre. Im Mammutshop wurde mir dann aber gesagt, dass die Grösse passt und ich auch nicht der einzige bin der meint, dass der Schuh zu klein sei.

Spitzflue im Abendlicht

Auf dem Weg zur Unteri Rippa kamen uns noch vereinzelt Wanderer entgegen, aber ab da waren wir alleine unterwegs. Ich kann mir vorstellen, dass der Breccaschlund an einem schönen Tag nur so von Leuten wimmelt und so war dies eine schöne Abwechslung. Im Gegensatz zum Winter stiegen wir auf der rechten Talseite Richtung Patraflon auf. So befanden wir uns zwar auf der schattigen Talseite, aber die Sicht in den Talkessel und die gegenüberliegende Seite, welche im Abendlicht leuchtete war eine gute Entschädigung. Und zusätzlich war es auch angenehm kühl.

Um halb neun erreichten wir den Col du Chamois und unter uns tat sich das Fribourgerland auf.

Col des Combes & Moléson

Der Schuh hatte sich auf dem Aufstieg bewährt. Ich brauchte zwar eine halbe Stunde bis ich mich wieder daran gewöhnt hatte, aber danach fühlte er sich sehr bequem an. Und das auch mit viel Gepäck, obwohl die Sohle, verglichen mit meinen bisherigen Schuhen, relativ weich ist.

Mit den Wolken und der Weitsicht herrschte auf dem Patraflon eine zauberhafte Stimmung mit einem unglaublichen Blick Richtung Charmey. Unser Plan schien also aufzugehen und wir hatten bis zum Sonnenuntergang um viertel nach neun genug Zeit um es uns gemütlich zu machen. Nur wollte die Sonne sich am Schluss nicht ganz an unseren Plan halten und verabschiedete sich hinter ein paar Wolken.

Darum machten wir uns daher ein wenig früher auf den Weg zurück zum Schwarzsee und so konnten wir noch von der Dämmerung profitieren. Unten in Les Recardets wurde es dann aber doch zu dunkel und im Schein unserer Stirnlampen wanderten wir zuerst über Wiesen und dann über die Strasse zum Ausgangspunkt zurück. 

Blick Richtung Schwarzsee

Abstieg in der Dämmerung

Meine anfänglichen Bedenken, dass ich beim Runtergehen mit meinen Zehen vielleicht doch zu wenig Platz hätte waren unten auch verflogen und ich wünschte mir, dass ich den leichten Schuh schon bei meiner Churfirsten Challenge gehabt hätte.

Plus & minus

Plus

  • Aussicht ins Freiburgerland
  • Die Einsamkeit
  • Der Parkplatz am Schwarzsee ist kostet am Abend nichts

Minus

  • Um diese Uhrzeit ist Selbstverpflegung angesagt