„Roter Totsch“, „toter Rotz“ und noch viele andere Namen sind uns auf der Skitour auf den Roten Totz in den Sinn gekommen. Man hat auch genug Zeit um an Namen herumzustudieren, da die Tour etwas länger ist.

Wir nahmen die erste Bahn von Kandersteg nach Sunnbüel und kurz nach neun ging es bei etwa -15°C los. Der erste Teil der Tour folgte dem Wanderweg zur Gemmi, doch beim Hotel Schwarenbach verliessen wir den Weg und stiegen ein bisschen zu weit auf, was äuwä auf unsere Motivation zurückzuführen war. So verlief unser Weg parallel zum im Tourenführer beschriebenen Weg, was bei den gestrigen Schneeverhältnissen kein Problem war. Bei höherer Lawinengefahr wäre der beschriebene Weg jedoch vorzuziehen, da dieser ein wenig besser von den darüberliegenden Hängen geschützt ist.

Über die Rote Chumme stiegen wir im Schatten auf und oben auf dem Plateau wurde zuerst mal gejausnet. Knapp 4 Stunden nach dem Start war es auch mal an der Zeit wieder etwas richtiges zu essen. Der eisige Wind verkürzte die Rast dann aber automatisch und wir nahmen die letzten 250 Höhenmeter in Angriff.

Am Schlusshang querten wir vielleicht etwas zu früh auf den Ostgrat und es wäre einfacher gewesen wenn wir bis unter den Gipfel aufgestiegen und erst von dort auf den Grat gequert hätten. Aber eben. Auf dem Gipfel gibt es viel Aussicht, aber keine Anhaltspunkte die auf die Namensgebung schliessen lassen würden.

Die Abfahrt begann sanft und einfach, doch nach dem Tällisee mussten wir wieder einige Meter aufsteigen, was beim pulvrigen Schnee und unserer Überzeugung, dies ohne die Felle zu tun, gar nicht so einfach war. Nach dem Walliswang kam der steilste Teil der Abfahrt (angeblich um die 33°) und bei Unterbächen wartete der nächste, jedoch viel kleinere, Gegenaufstieg auf uns. Danach gings gemütlich durchs Üschenental und ab und zu war wieder ein bisschen Stockeinsatz angebracht.

Für die letzten 500 Höhenmeter hinunter nach Kandersteg gönnten wir uns die Abfahrt auf der Strasse und um 17:00 erreichten wir unser Auto.

Möchte man die Tour im Frühjahr unternehmen, dann sollte man im Hotel Schwarenbach oder auch in der Lämmerenhütte übernachten, da man so früh starten kann. Der Aufstieg geht fast nur über süd/südöstliche Hänge und bei der Abfahrt könnten die Hänge des Lohners bei Wärme, wie im Tourenführer beschrieben, doch die eine oder andere unschöne Überraschung von oben bescheren.