Wenn es heiss ist geht man Baden und nicht Wandern. Und bei der herrschenden Hitzewelle wollten wir uns das wirklich nicht antun und dem kühlen Nass des Presseggersees konnten wir einfach nicht widerstehen. Beim Baden im See ist es schwierig den Spitzegel nicht zu sehen, da dieser über Hermagor und auch dem See thront.

Diese dauernde Präsenz des Berges führt irgendwann auch zum Wunsch auf diesem zu stehen und die Aussicht zu geniessen. Und so ging es am späten Nachmittag, direkt nach dem Bad im See, in Richtung Spitzegel.

Varianten um auf den Gipfel zu gelangen gibt es viele: Die etwas längere beginnt in Obervellach und führt über die Südseite zur Obervellacher Alm und von dort zum Gipfel. Wer sich auf dem Gailtaler Höheweg befindet, startet auf der Kohlröserlhütte. Wir wählten als Startpunkt die Hermagorer Bodenalm, denn diese liegt schon auf 1200 Metern und als Pluspunkt steigt man bis zum Radniger Sattel auf der schattigen Nordseite auf. Die Fahrt von Hermagor bis zur Hermagorer Alm dauerte fast eine Stunde, aber mit der Klimaanlage war dies kein Problem.

Zuerst ging es relativ flach der Strasse entlang hoch, doch sobald der Weg davon abzweigte wurde es steiler. Ein schweisstreibender Aufstieg, obwohl wir uns immer noch auf der schattigen Nordseite befanden.

Nach der Radninger Alm wird der Weg etwas flacher, da der Möschacher Wipfel (und die Bergnamen in Österreich können recht lustig sein, wie z.B das Böse Weibele…) umgangen wird. Schlussendlich gelangt man nach einem kleineren Anstieg auf einen schönen Grat, der fast horizontal verläuft und einen schönen Tiefblick ins Gailtal bietet.

Blick vom Grat auf den Gipfel

Die letzten Meter zum Gipfel verlangten noch ein wenig Handeinsatz, da es eine kurze, aber einfache Kletterpartie gibt, nach der man direkt auf dem Gipfel steht.

Ist man einmal oben, so kann sich die Aussicht durchaus sehen lassen: Gailtal mit dem Presseggersee, Gitschtal, der Weissensee, das Nassfeld präsentierten sich für uns im letzten Sonnenschein. Auf dem Gipfel wurde es überraschenderweise relativ schnell relativ kalt und ich erinnerte mich wage, dass beim Packen am Nachmittag bei 35°C die Mitnahme warmer Kleidung irgendwie nicht angebracht schien.

Blick Richtung Westen

Auf dem gleichen Weg ging es wieder zurück ins Tal und und wir freuten uns schon auf den nächsten heissen Badetag, bei dem wir wieder den Spitzegel von unten bestaunen konnten.

Plus & minus

Plus

  • 360° Aussicht
  • Tiefblick nach Norden und Süden

Minus

  • Bei Anfahrt auf die Hermagorer Bodenalm gibt es das eine und andere Gatter händisch zu betätigen