Als wir vom Grimselpass losfahren liegt noch dünnes Eis auf den Pfützen, aber gegen unsere Reifen hat es keine Chance. Die Nacht war kalt, doch das Wetter verspricht an diesem Tag perfekt zu werden.

Eigentlich wollten wir die im Ride vorgestellte Enduro-Tour fahren, auf der Grimsel-, Nufenen- und Furkapass befahren werden. Und das nur abwärts, denn den Aufstieg übernimmt das Postauto. Leider hat in der Zwischenzeit aber der Fahrplan gewechselt und so machen wir nur 2 Abfahrten. Dafür haben wir aber noch den Aufstieg auf den Furkapass eingebaut.

Grimsel per Bike

Um 9 Uhr fahren wir auf der Grimsel los und kämpfen so ganz unaufgewärmt von Anfang an mit dem leichten Anstieg. Aber schon bald liegt dieser hinter uns und die erste Abfahrt nach Oberwald steht an. Der erste Teil ist flowig zu fahren und der Ausblick ins Goms ist fantastisch. Im nachfolgenden Teil durch den Wald gibt es einige sehr kurze Tragepassagen, aber nachher geht es wieder schnell talwärts bis der Trail uns in Oberwald ausspuckt.

Bei der Planung hatten wir hier die Wahl:

  • Mit dem Postauto auf die Furka (1.5 Stunden Wartezeit)
  • Mit dem Postauto auf den Nufenenpass
  • Selber auf die Furka fahren

Da die Furkaroute landschaftlich angeblich am meisten zu bieten hat, entschieden wir uns vorher für die letzte Variante, die auch die sportlichste war.

Bis auf die Furka müssen 16km und circa 1100hm zurückgelegt werden. Alles auf der Passstrasse und auch mit breiten Reifen und Lenkern kommt man gut voran. In Gletsch machen wir einen kurzen Halt doch den Balts Nill und den Endo treffen wir nicht. Von Gletsch aus sind es dann nur noch 700hm und 10km bis auf den Pass.

Wohäre wetsch? Nach Gletsch? -Stiller Haas

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Oben angekommen reicht unsere Sicht bis zum Oberalppass und wir planen sofort neue Projekte (Abfahrt bis Andermatt, dort übernachten, am nächsten Tag über den Oberalppass und über Trails nach Disentis (Todo für 2015)).

Vom Pass aus geht es nach der Pause Richtung Muttenhorn und von da aus zum landschaftlich schönsten Punkt der Tour. Zuvor müssen wir, wie es im alpinen Gelände vorkommt, noch ein Schuttfeld mit einigen Tragepassagen durchqueren. Da merke ich auch, dass wir schon auf über 2500 Metern sind, da die Lunge sich nicht wie gewohnt füllen will und auch die Federelement eher hart ansprechen. Aber der Lohn für die Mühe ist nicht weit. Zuerst öffnet sich der Blick ins Goms, kurz danach auf den Rohnegletscher und dann noch auf die Grimsel. An einem klaren Herbsttag ist dies eine der schönsten Aussichten die man per Bike in der Schweiz erleben kann.

Der Trail ist hier einfach zu fahren und eine zu technische Abfahrt wäre schwierig zu bewältigen, da man sich wegen der Aussicht nicht darauf konzentrieren könnte. Die Abfahrt wurde in einigen Beschreibungen als „mit Rillen durchzogenen“ Weg beschrieben, der an einigen Stellen schlecht befahrbar sei. Wir fanden jedoch einen frisch renovierten Weg vor und die Spuren von einem Bagger zeugten noch von der Arbeit. So fahren wir auf frischer Erde ins Tal und manchmal ist der Trail schon fast zu weich.

Zurück in Oberwald haben wir genug Zeit (für Kaffee) bevor unser Postauto (für Räder ist Reservation obligatorisch) das uns auf die Grimsel bringt kommt. Theoretisch könnten wir noch von der Grimsel nach Innertkirchen abfahren, aber fürs erste sind wir glücklich und freuen uns auf die nächsten Touren in der Region.

 Zeiten

  • Grimsel – Oberwald: 1h 20min mit Pinkel/Foto/was-auch-immer-Pause
  • Oberwald – Furka: 2h 30min (easy peasy Tempo)
  • Furka – Oberwald: 1h 15min inklusive Pausen

Plus & minus

Plus

  • Landschaftlich kaum zu toppen. Echt jetzt.
  • Coole Trails

Minus

  • Die Fahrradaufhänungen der Postautos sind nur bedingt tauglich für breite Reifen
  • Schade, dass der Fahrplan keine 3 Pässe-Tour mehr erlaubt.

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