Eigentlich war dies ja gar nicht geplant. Eigentlich dachte ich, dass dies noch Zeit hätte, aber dann war der Plan, die sieben Churfirsten an einem Tag zu überqueren, einfach in meinem Kopf und jetzt bringe ich ihn nicht mehr weg.

Die Überquerung der sieben Churfirsten, auch die Toggenburger Seven Summits genannt, an einem, wohl dann eher sehr langen, Tag kennt man in der Deutschschweiz spätestens seit Maria Walliser 2001 die Überquerung gemacht hatte und danach ausgiebig in der „Schweizer Illustrieren“ darüber berichtet wurde. Es gibt aber nicht nur DIE eine Route, sondern gleich mehrere davon, welche sich in den zu bewältigenden Höhenmetern und auch ihrer Länge unterscheiden: Auf den einfachsten werden die Bahnen am Chäserrugg und Alp Selun verwendet, währenddem auf den fortgeschrittenen Routen noch die „unechten“ Churfirsten überquert werden. Mit dieser Auswahl kann man also eine Route auswählen, welche dem eigenen Leidens Konditions-Niveau angepasst ist.

Bis im letzten Jahr kannte ich die Churfirsten nur von der Südseite her, aber im September schaffte ich es dann auf den Schibenstoll. Vorher dachte ich immer, dass die Überquerung eher eine Klettertour und keine lange Wanderung sei. Wenn ich damals den Artikel in der „Schweizer Illustrierten“ bei meinen Eltern auch gelesen hätte, dann hätte ich dies natürlich gewusst. Aber eben, wenn man die Bergkette nur von der südlichen Seite her kennt, dann dominiert die Vertikale. Auf dem Schibenstoll wurde mir dann klar, dass ich die Überquerung irgendwann mal machen würde, dies aber noch ein bisschen Zeit hätte.

Und da war er dann. Dieser Moment im Leben wo man eine kleine Herausforderung braucht. Und da hat mich die Überquerung dann auch gefunden.

Damit es für mich zu einer Herausforderung wird, wählte ich eine Route die by fair means gemacht wird, das heisst, dass auf die Bahn verzichtet und Auf- und Abstieg zu Fuss bewältigt werden (diese Entscheidung verdanke ich wohl meiner etwas masochistischen Veranlagung). Meine Route wird mich von Starkenbach auf den Selun und von dort über den Frümsel, den Brisi, den Zuestoll, den Schibestoll, den Hinterrugg und den Chäserrugg zurück ins Tal nach Unterwasser führen. Sofern ich das durchstehe, da es doch stolze 28km und 3500 Höhenmeter sind. Die Tour fand ich übrigens auf hikr.org.

Die Wanderung möchte ich im Zeitraum Ende Juni – Anfang August machen und so habe ich zum Glück noch ein bisschen Zeit um mich vorzubereiten. Auf spezielles Kardiotraining werde ich verzichten, da die Bikesaison gerade so richtig am anrollen ist (man beachte das Wortspiel!) und ich genug Zeit auf dem Rad verbringen werde. Meine einzige Sorge sind die Gelenke und involvierten Muskeln die noch ein bisschen auf die Unternehmung vorbereitet werden müssen. Daher werde ich meine Joggingstrecke minimal verlängern und noch einige längere Wanderungen unternehmen, natürlich in der Hoffnung, dass dies dann auch hilft.

Und so warte ich schon mal gespannt auf den Tag, an dem ich die „Chrigu’s Churfirsten Challenge“ in Angriff nehmen werde. Und irgendwie bin ich mir sicher, dass ich an diesem Tag den Entscheid dies zu tun ab und an verfluchen werde.

Hier mehr zu den Vorbereitungstouren:

Und hier der Bericht zur Tour.