Das Hundshorn war meine erste “richtige” Skitour. Auch meine erste Tour zu der ich alleine aufgebrochen bin. Heute gehe ich gerne mindestens 1 Mal im Winter aufs Hundshorn, da dies schon fast Tradition ist und es für wenig Aufwand viel sehr Abfahrt gibt.

Aller Anfang ist schwer und das gilt auch beim diesem Berg. Und das gerade zweimal. Die erste Schwierigkeit ist, möglichst schnell auf das Schilthorn zu gelangen. Denn gleich 3 Mal muss die Gondel gewechselt werden und wenn man da falsch steht, dann kann dies ein wenig dauern. Es gibt da zwar einen Trick (also wo stellt man sich in welcher Gondel am besten hin, damit man beim Wechsel der Gondel in der Pole Position steht (den Trick verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht)), aber bei grossem Andrang ist man so oder so besser sehr früh in Stechelberg. Hat man es einmal auf das Birg oberhalb von Mürren geschafft, dann ist die erste Hürde schon gemeistert.

Die Tour startet auf der Aussichtsterrasse des Schilthorns, von wo man schon einen ersten Blick auf den grössten Teil der Tour werfen kann. Und natürlich sieht man von da auch die wunderbaren Hänge des Hundshorns. Mit Skiausrüstung sollte man sich übrigens nicht zulange auf der Terrasse aufhalten, da man sonst ununterbrochen von meist asiatischen Touristen angefragt wird, ob man nicht mit ihnen auf einem Foto posieren möchte.

Von der Terrasse geht es in Richtung Westen auf den Grat und hier wartet schon die zweite Schwierigkeit, die eigentliche Schlüsselstelle der Tour, wo es dann auch so wirklich ernst wird: Ein etwa 45° steiler Südhang, der unten nicht wirklich schön ausläuft, muss gequert werden. Steht man sicher auf den Skiern oder auf dem Snowboard und wenn der Schnee nicht allzu hart ist, dann ist das gut zu meistern. Im Frühjahr kann der Hang aber manchmal spiegelglatt sein und dann hält man sich besser an die Variante bei der man über den Grat geht. Der Weg ist relativ gut mit Drahtseilen abgesichert (die kann es aber auch manchmal einschneien..) und hier ist ein wenig Schwindelfreiheit gefordert.

Im Aufstieg

Nach dieser Schlüsselstelle, steht schon die erste kurze Abfahrt bis zum „Rote Härd“ an. Dort beginnt der Aufstieg, aber dieser ist recht kurz und den grössten Teil der Strecke geht es gemächlich den Berg hinauf. Kurz vor dem Gipfel muss nur noch die Gipfelwächte überwunden werden, aber danach wird man mit einer super Aussicht ins Kiental belohnt und die Blüemlisalphütte auf der anderen Seite des Tales scheint zum greifen nah.

Kurz vor dem Gipfel

Und dann kommt die erste Abfahrt. Gleich 900 Höhenmeter stehen auf dem Programm und nur wenig davon sind langweilig. Beim Hundshorn gibt es bei der Abfahrt zahlreiche Möglichkeiten: Ist der Schnee noch frisch so kann man direkt vom Gipfel die Ostflanke herunterfahren. Ist dieser Hang schon etwas härter, dann bietet sich der südliche Teil der Hundsflueh an, da der Schnee hier dank der nordwestlichen Exposition länger pulvrig bleibt. Unten im Talabschluss quere ich eigentlich immer auf die gegenüberliegende Seite, da man sich prima in der schattigen Nordwestseite des Horen auszutoben kann.

Bei der Poganggenalp müssen wieder die Felle angeklebt werden und man entledigt sich auch besser gleich einiger Kleidungstücke. Der Aufstieg auf die Wasenegg, der durch die Südseite des Schilthorns führt, hat die Tendenz immer sehr heiss zu werden. Der Aufstieg, der nur etwa 35 Minuten dauert, fühlt sich dadurch immer sehr viel länger und mühsamer an.

Nach dieser hitzigen Tortur ist die Temperatur auf der anderen Seite der Wasenegg das pure Gegenteil, da in den schattigen Hängen der Pulverschnee sehr lange liegenbleibt. Und dies auch im Frühling. Und eigentlich ist die Wasenegg auch eine super Powertour, wenn man nur wenig Zeit hat.

Nach der rasanten Abfahrt von der Wasenegg ist es nur noch ein Katzensprung bis in die Gimmelen. Hier muss man nach der Tour unbedingt noch einen Stop einplanen, den dort gibt es den besten Apfelkuchen überhaupt. Also jetzt im ernst. Klar, so ein Stück entspricht auch sicherlich einer vollen Mahlzeit, aber schmecken tut es auf alle Fälle. Vor allem nach dieser Tour.

Apfelkuchen

Plus & minus

Plus

  • Viel Abfahrt!
  • Viel Apfelkuchen!

Minus

  • Eigentlich keine…

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