Als wir unseren Aufenthalt im Appenzellerland geplant hatten, gingen wir von winterlichen Verhältnissen aus. Da die Temperaturen sich für Mitte Dezember aber hartnäckig auf fast 10°C hielten, mussten wir den Plan mit den Schneeschuhen relativ schnell begraben. Unter der Rubrik „Sommeraktivitäten“ auf der Webseite von Appenzellerland Tourismus fanden wir aber doch noch etwas (wenn auch nicht zur Saison passendes): Die Wanderung von Brülisau über den Staubern zum Hohen Kasten.

Tief verschneit stellten wir uns die Landschaft vor. Genau so wie sie auf den Appenzeller Bauermalereien abgebildet ist. Darum war die Vorfreude auf die Erkundung der Landschaft mit Schneeschuhen sehr gross. Doch wie auch letztes Jahr, fühlte sich der Dezember eher wie ein Oktober an. Zumindest konnten wir mit dem Ausflug in die Ostschweiz etwas dem zähen Berner Nebel entfliehen.

Startpunkt war Brülisau und schon nach wenigen Metern wurde uns bewusst, dass wir den ersten Teil der Wanderung wohl oder übel im Schatten gehen mussten. Kalt wurde uns allerdings nicht, da der Anstieg durchs Brüeltobel bis zum Plattenbödeli recht steil ist. Erst beim Sämtisersee, oder eher bei der kleinen gefrohrenen Eisfläche, war es dann aber doch winterlich Kalt, da sich in dieser Mulde die Kälte angesammelt hatte.

So machten wir uns schnell hinauf in Richtung Staubern, da dort die Sonne auf uns wartete. Oben angekommen wurden wir nicht nur mit der wärmenden Sonne belohnt, sondern auch mit einer Aussicht ins Rheintal und den Vorarlberg.

Von hier aus bis zum Hohen Kasten ist es ein auf und ab und wir fanden doch noch ein wenig Schnee in den schattigen Nordhängen. Auf dem Hohen Kasten wurden wir mit einer spektakulären „Rondomsicht“ belohnt. Im Westen sieht man wunderbar auf die Appenzeller Streusiedlung und im Osten öffnet sich das Rheintal.

 

Wer noch mag, kann vom Hohen Kasten nach Brülisau absteigen, aber wir entschieden uns für die Bahn.

Infos:

  • 11km / 1200 Höhenmeter

Plus & minus

Plus

  • Aussicht

Minus

  • Im Winter bis auf den Grat sehr schattig